Tränen-Abschied vom letzten Loveparade-Opfer

Die Trauer war überwältigend. Hinterbliebene fanden berührende Worte für den Tod einer fröhlichen jungen Frau. Samstag, exakt vier Wochen nach dem Loveparade-Drama mit 21 Todesopfern, wurde Marina H. († 21) als letztes Unglücksopfer beigesetzt.

Um 12 Uhr läuteten die Glocken auf dem Hauptfriedhof in Moers. Rund 100 Trauernde geleiteten die Urne mit der Asche der Auszubildenden zur letzten Ruhestätte. Ein letztes Mal war Marina allgegenwärtig: Ihr Freundeskreis trug schwarze T-Shirts mit dem Porträt der dunkelhaarigen Duisburgerin auf dem Rücken. Auf der Brust das Abschiedsversprechen: „Du lebst in unseren Herzen weiter.“

Die angehende Friseurin war bei der Katastrophe im Tunnel noch reanimiert worden. Ihr Stiefvater Friedhelm Scharff (52): „Am Abend hat uns das Krankenhaus angerufen; Marina hatte ja ihr Handy mit unserer Nummer dabei. Aber sie ist nicht mehr zu Bewusstsein gekommen. Eineinhalb Tage später sagten die Ärzte, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Wir haben sie in den Arm genommen. Dann wurden die Maschinen abgestellt.“

Zum Schmerz über das Unfassbare kommt die Wut. „Niemand kann gegenüber dem Tod so voller Anklage sein wie wir. Marina musste ihr junges Leben auf der Loveparade lassen, welches auf leichtsinnige Weise aufs Spiel gesetzt worden ist“, schrieb Oma Gerda (78) in die Todesanzeige.

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Aug 23rd, 2010 | Filed under Uncategorized
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Guttenberg begräbt die Wehrpflicht

Angedeutet hat er es häufiger in den vergangenen Wochen – doch heute ließ Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Katze aus dem Sack:

Er will die Wehrpflicht aussetzen und die Bundeswehr in den nächsten sechs bis acht Jahren um ein Drittel verkleinern!

Heute traf sich Guttenberg mit den Fachpolitikern der schwarz-gelben Koalition, um ihnen fünf unterschiedliche Modelle für die künftige Bundeswehr vorzustellen. Dabei hat er sich allerdings auf einen vorläufigen Bericht von Generalinspekteur Wieker gestützt – und eine Variante empfohlen.

So sieht Guttenbergs Wunschlösung aus – das „Modell vier” aus seiner Liste:

- Statt 252.000 Soldaten wie derzeit hat die Bundeswehr dann nur noch etwa 165.000 Soldaten – davon 7500 freiwillig Wehrdienstleistende.

- Die Wehrpflicht bleibt im Grundgesetz verankert, es gibt aber keine verpflichtenden Einberufungen mehr.

- Die freiwillig Wehrdienstleistenden sollen zwölf bis 23 Monate bei der Bundeswehr bleiben – mit einer Probezeit, aber auch der Option, in Auslandseinsätze zu gehen. Für diesen Dienst sollen sich nach Guttenbergs Vorstelllungen auch Frauen melden können.

- In der neuen Struktur hat die Streitkräftebasis künftig 34.500 Soldaten, die Luftwaffe 20.500, die Marine 11.500 und das Heer 54.500 Soldaten.

- Vor allem das Heer wird stark geschrumpft: Nach bisherigen Planungen soll die Zahl der Panzerbataillone auf drei, die der Panzerartilleriebataillone auf nur zwei sinken. Die CH-53-Hubschrauber würden an die Luftwaffe abgegeben.

Minister Guttenberg ist überzeugt: Die neue Bundeswehr wäre besser und effektiver als die jetzige – und viel günstiger. Vor allem könnten viel mehr Soldaten in Einsätze geschickt werden – derzeit können nur etwa 7000 Mann gleichzeitig ins Ausland gehen.

Jetzt werden die Koalitionsfraktionen über Guttenbergs Empfehlungen diskutieren.

Die Zustimmung der FDP dürfte ihm dabei sicher sein – die größten Widerstände kommen aus den eigenen Reihen.

Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) rief seine Partei zu einer gründlichen Debatte auf: „Ich darf nur daran erinnern, dass unsere CDU seit 1955 immer die Partei der Wehrpflicht war.”

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ernst-Reinhard Beck, sagte vor der Unterrichtung: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht ein Aussetzen nicht zur Diskussion.”

Eine Grundsatzentscheidung werden CDU und CSU auf Parteitagen gegen Jahresende fällen.

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Aug 23rd, 2010 | Filed under Uncategorized
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Diese Frau ist Steinmeiers große Liebe

Sie ist Richterin, charmant und selbstbewusst. Am liebsten trägt sie Jeans und Sweatshirt, wenn sie in Berlin Besorgungen macht oder ihre Tochter (14) von der Schule abholt, dann gerne mit dem Mountainbike.

Sie und der Außenminister (beide Sternzeichen Steinbock) – das ist seit 20 Jahren die große Liebe.

Kennengelernt haben sie sich an der Uni Gießen 1988 – da war Steinmeier Assistent am Lehrstuhl für Jura und die brünette Elke aus dem Siegerland studierte noch. Eine Studentenliebe – „wie man sich halt so kennenlernt“, sagt sie. Heirat 1995. Selbstbewusst hatte sie sich damals gegen den Willen ihres Mannes dafür entschieden, ihren Familiennamen zu behalten.

Sie wurde Richterin für Verwaltungsrecht – erst in Hannover, wo Steinmeier in Gerhard Schröders (66, SPD, damals Ministerpräsident in Niedersachsen) Staatskanzlei arbeitete. Ab 1999 dann am Verwaltungsgericht Berlin, Fachgebiet Sozialrecht mit Schwerpunkt Asylrecht.

Politik ist im Hause Steinmeier eher selten ein Thema, obwohl Elke Büdenbender selbst SPD-Mitglied und sogar in der IG Metall ist. Dort trat sie als frischgebackene Abiturientin ein, als sie in Siegen zunächst eine Lehre als Industriekauffrau machte.

In der knappen Freizeit werkelt sie gern im Garten daheim in Berlin-Zehlendorf – „fürs Rasenmähen ist allerdings Frank zuständig“.

Der Job ihres Mannes kommt am Küchentisch nur in Ausnahmefällen zur Sprache. Dennoch hatte die sonst so öffentlichkeitscheue Politikergattin im vergangenen Jahr ihren Mann im Bundestagswahlkampf kräftig unterstützt und zahlreiche Auftritte an seiner Seite absolviert. Steinmeier war als Kanzlerkandidat der SPD ins Rennen gegangen.

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Aug 23rd, 2010 | Filed under Uncategorized
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