Rettungskrfte bergen drei weitere Tote
dpa
Rettungshubschrauber im Diemtigtal: Sieben Menschen starben in Lawinen
Nach dem schwersten Lawinenunglck in der Schweiz seit Jahren konnten drei weitere Leichen geborgen werden. Insgesamt kamen im Diemtigtal sieben Menschen in den Schneemassen ums Leben. Darunter sind zwei deutsche Skitourenfahrer und ein Arzt der Rettungsflugwacht.
Bern/Hamburg – Zwei Tage nach dem schweren Lawinenunglck in den Schweizer Alpen haben Rettungskrfte drei weitere Tote aus den Schneemassen geborgen. Das berichtete die Schweizerische Nachrichtenagentur sda am Dienstag unter Berufung auf die Berner Kantonspolizei. Damit erhhte sich die Zahl der Toten auf sieben.
Die Lawine war am Sonntag im Diemtigtal niedergegangen und hatte einen Skitourenfahrer verschttet. Der Mann war sofort tot – als Helfer seine Leiche bergen wollten, begruben weitere Schneemassen mehrere Menschen. Bei der anschlieenden Rettungsaktion mit Hubschraubern und Sprhunden konnten acht Menschen zunchst lebend geborgen werden, doch starben drei von ihnen, unter ihnen der Arzt der Rettungsflugwacht (Rega), ein 45-jhriger Deutscher und ein Spaziergnger, spter im Krankenhaus. Drei Deutsche und ein Kanadier wurden bei dem Unglck verletzt.
Bei den am Dienstag geborgenen Toten handelt es sich um einen 8-jhrigen Deutschen, eine 9-jhrige Schweizerin und einen 48-jhrigen Schweizer. Insgesamt stammen vier Todesopfer nach Angaben der Berner Kantonspolizei aus der Schweiz, zwei aus Deutschland. Die Identitt des siebten Todesopfers war am Dienstagnachmittag noch nicht geklrt.
Schwerstes Lawinenunglck seit 1999
Schlechtes Wetter hatte am Montag eine Rettungsaktion verhindert. Am Dienstag dann klarte es im Berner Oberland auf, so dass Experten des Instituts fr Schnee- und Lawinenforschung SLF vom Helikopter aus die Lawinengefahr beurteilen konnten. Danach warfen Fachleute Sprengladungen aus dem Hubschrauber und lsten damit in der Umgebung des Unfallortes knstliche Lawinen aus. So bestand im Einsatzgebiet keine Gefahr mehr, die Retter konnten mit Sondierstangen und Lawinenhunden nach den Verschtteten suchen.
Es ist das schwerste Lawinenunglck in der Schweiz seit 1999. Damals starben in Evolne VS zwlf Menschen unter zwei Lawinen. In den vergangenen Wochen kamen bereits mehrere Wintersportler in den Alpen ums Leben: Am gleichen Tag wie das Unglck in Diemtigtal wurden im Kanton Wallis im Westen der Schweiz ein Bergfhrer und ein Tourist von einer Schneelawine mitgerissen. Der Bergfhrer konnte sich retten, der Tourist starb bei dem Unglck.
Am 1. Januar 2010 riss ein Lawine in den franzsischen Alpen drei Skifahrer in den Tod. Die Mnner waren abseits der gesicherten Pisten unterwegs, als sie von den Schneemassen berrascht wurden. Und am 27. Dezember 2009 starben mindestens fnf Menschen in Norditalien innerhalb weniger Stunden in Lawinen, darunter auch ein deutscher Junge. Unter den Toten befinden sich vier Bergretter.